Friedhof - Welchen Friedhof soll ich wählen?

Severin Schulz

Verfasst von Severin Schulz

25. August 2021Lesezeit: 6 Minuten

Severin Schulz

Der Friedhof ist der Ort, an dem jeder oder jede von uns später in der einen oder anderen Form zur letzten Ruhe gebettet wird. Für Angehörige ist es nicht immer einfach, den passenden Friedhof für die Beisetzung eines Verstorbenen auszuwählen. Damit Ihnen die Wahl im Ernstfall leichter fällt, finden Sie im nachstehenden Artikel Antworten auf folgende Fragen: Welche Arten von Friedhöfen gibt es? Wie wähle ich den passenden Friedhof aus? Wie sind Friedhöfe organisiert?

Die wichtigste Info zuerst: In Österreich herrscht die sogenannte Bestattungspflicht (auch Friedhofszwang).

Diese Regelung sieht vor, dass Erdbestattungen grundsätzlich auf Friedhöfen und dass Feuerbestattungen auf Friedhöfen oder auf einer Naturbestattungsanlage erfolgen müssen.

Die Regelungen der einzelnen Bundesländer können sich dabei jedoch unterscheiden. Das Team von Benu kann Ihnen diesbezüglich jederzeit exakte Auskünfte geben – (Telefon: 0800 884404, rund um die Uhr, kostenfrei).

Friedhöfe

Das Wichtigste in Kürze

  • Es gibt öffentliche und konfessionelle Friedhöfe.
  • Eine Beisetzung ist grundsätzlich auf jedem Friedhof möglich.
  • Ein gesetzlicher Anspruch auf einen Grabplatz besteht nur in dem Ort, in dem der Todesfall gemeldet wurde.
  • Beisetzungen im Rahmen einer Feuerbestattungen, können auch naturnah (Naturbestattungsanlage) erfolgen.
  • Friedhofsgebühren unterscheiden sich in Beisetzungsgebühr (einmalig), Bereitstellungsgebühr (einmalig) und Nutzungsgebühr (in der Regel für 10 Jahre).

Mehr Infos: Friedhofsgebühren | Naturbestattung

Geschichtliches zu Friedhöfen

Der Begriff "Friedhof" leitet sich ursprünglich vom althochdeutschen „frithof“ ab, der Bezeichnung für den eingefriedeten, abgetrennten Bereich um eine Kirche. Friedhöfe werden auch Gottesacker, Kirchhof, Totenhof oder Begräbnisplatz genannt. Der Bedeutungswandel hin zu einem "Ort des Friedens", an dem Tote ihre letzte Ruhe finden, entstand durch das etymologische Verblassen des Wort-Ursprungs. Abgesehen von ihrer Funktion als Ort der Trauer und dem Gedenken an Verstorbene dienen Friedhöfe in vielen Gesellschaften der öffentlichen Hygiene, da die Beerdigung in öffentlich geregeltem Rahmen und an hierzu vorgesehenen Orten der Ausbreitung von Seuchen und der Belastung des Grundwassers vorbeugt.

Bekannte Friedhöfe in Österreich

Der größte Friedhof in Österreich ist der Wiener Zentralfriedhof. Mit einer Fläche von 2,5 Quadratkilometern, ca. 330.000 Grabstellen und rund 3 Millionen Verstorbenen gehört er sogar zu den größten Friedhofsanlagen in ganz Europa. Größer ist nur noch der Friedhof in Ohlsdorf bei Hamburg. Hier finden sich die Gräber zahlreicher bekannter Persönlichkeiten, wie etwa Falco, Udo Jürgens, Hedy Lamarr, Ludwig van Beethoven, Gustav Mahler, oder auch Manfred Deix.

Arten von Friedhöfen

Friedhöfe sind letzte Ruhestätten, Orte der Ruhe und Besinnung und Träger von Geschichte und Traditionen.

Manchmal beinhalten Sie auch Denkmäler und historische Gebäude. Besondere Architektur und schöne Grünflächen laden Menschen ein, Momente der Stille und des Andenkens in einzigartiger Atmosphäre wahrzunehmen.

Es gibt sowohl konfessionelle (z.B. katholisch, jüdisch, islamisch, buddhistisch) als auch interkonfessionelle Friedhöfe, bei denen Verstorbene ungeachtet der Glaubensrichtung ihre letzte Ruhe finden. Man kann also auch konfessionslos sein und trotzdem am Friedhof beerdigt werden.

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Christlicher Friedhof

Hierzulande ist der traditionelle, christliche Friedhof am weitesten verbreitet.

Christliche Friedhöfe können oftmals an Parkflächen erinnern, da sie größere Grünflächen besitzen.

Es gibt eigene römisch-katholische Friedhöfe und evangelische Friedhöfe.

Die evangelischen Friedhöfe dienen der Bestattung von evangelischen Verstorbenen und deren Angehörigen, Katholiken finden ihre letzte Ruhestätte auf römisch-katholischen Friedhöfen.

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Muslimischer Friedhof

Muslimische Friedhöfe sind in Österreich bisher kaum verbreitet.

In der Regel gibt es auf christlichen Friedhöfen auch islamische Gräberfelder für die Bewohner der jeweiligen Städte und Gemeinden. Allerdings haben diese Friedhöfe keine islamische Bauart, sind also nicht schräg rechteckig angeordnet, um den Verstorbenen den Blick nach Mekka zu gewähren.

Es gibt seit Ende des 19. Jahrhunderts die Möglichkeit, dass Muslime auf dem Wiener Zentralfriedhof beigesetzt werden, denn in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde die erste islamische Abteilung des Zentralfriedhofs eröffnet.

Seit 2008 befindet sich in Wien Liesing der erste islamische Friedhof Österreichs. 2012 folgte in Altach in Vorarlberg der zweite islamische Friedhof, der nach jahrelanger Vorarbeit einer islamischen Interessengemeinschaft feierlich eröffnet werden konnte.

Alle Infos zur islamischen Bestattung.

Buddhistischer Friedhof

Auf einigen christlichen Friedhöfen gibt es buddhistische Gräberfelder.

Seit 2003 gibt es aufgrund der wachsenden Zahlen buddhistischer Glaubensanhänger einen buddhistischen Friedhof auf dem Areal des Wiener Zentralfriedhofs.

Auf buddhistischen Friedhöfen sind in der Regel immer sowohl Erd- als auch Feuerbestattungen erlaubt. In unserem Ratgeber finden Sie alle weiteren Informationen zum Thema Bestattungen im Buddhismus.

Jüdischer Friedhof

Jüdische Friedhöfe sind in Österreich sehr häufig. Sie zeichnen sich meist durch eine hohe Dichte der Gräber und Grabsteine aus, da ein Grabplatz nie neu belegt oder anderweitig gestört werden darf.

Auch ist Blumenschmuck eher selten, stattdessen werden zum Gedenken kleine, oftmals verzierte Steine auf das Grabmal gelegt.

Naturfriedhof

Naturfriedhöfe sind spezielle Friedhöfe, die eine eng mit der Natur verbundene Bestattung ermöglichen und sich immer größerer Beliebtheit erfreuen.

Mit Naturbestattungen sind in der Regel See-, oder Baumbestattungen gemeint.

Bei letztgenannter Bestattungsart wird die Urne mit der Asche der/des Verstorbenen im Wurzelbereich eines Baumes vergraben.

Beachten Sie bitte, dass dies nur in gesonderten Arealen, die eigens zu sogenannten Naturfriedhöfen umgewidmet wurden, möglich ist.

Außerdem gibt es Waldfriedhöfe, auf denen die Asche von Verstorbenen beigesetzt werden kann.

Soldatenfriedhof

Soldatenfriedhöfe sind Friedhöfe, für im Krieg gefallene Staatsangehörige, die vor allem durch die beiden Weltkriege zahlreich notwendig wurden.

Heutzutage dienen sie als Mahnmale der Geschichte und nicht mehr der Heldenverehrung. In der Regel sind sie kaum, oder nur sehr schlicht verziert und bestehen aus Einzelgrabstätten.

Auswahl eines Friedhofs

Das passende Grab zu wählen ist nicht einfach. Oft ist die Auswahl an freien Grabstätten begrenzt. Folgen Sie am besten Ihrem Bauchgefühl und versuchen Sie, so zu entscheiden, wie der oder die Verstorbene es entschieden hätte. Wenn bereits Familiengräber existieren, erübrigt sich die Wahl eines Grabplatzes.

Normalerweise werden Verstorbene auf dem Friedhof ihrer Stadt oder ihrer Gemeinde beigesetzt.

Allerdings ist es ebenso möglich, in der Stadt oder Gemeinde der Verwandtschaft beigesetzt zu werden, sofern ein entsprechender Antrag gestellt wurde.

Es können dadurch etwas höhere Gebühren für die Bestattung entstehen.

Einen gesetzlichen Anspruch auf einen Grabplatz haben Sie allerdings nur in der Stadt oder Gemeinde, in der Sie vor Ihrem Tod gemeldet waren.

Erkundigen Sie sich diesbezüglich bei der betreffenden Friedhofsverwaltung. Das Team von Benu hilft Ihnen gerne dabei.

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Organisation eines Friedhofs

Friedhöfe sind in den meisten Fällen in öffentlicher oder kirchlicher Hand.

Das bedeutet, dass Verwaltung und Betrieb von Gemeinden und Städten oder örtlichen Glaubensgemeinschaften, zum Beispiel der katholischen und evangelischen Kirche, der Israelischen Kultusgemeinde oder der Islamischen Glaubensgemeinschaft, übernommen werden.

Kirchliche Friedhofsträger sind, im Gegensatz zu kommunalen Friedhofsträgern, dazu angehalten, sich selbst zu tragen. Die Einnahmen generieren kirchliche, sowie auch kommunale Friedhöfe jeweils mit Hilfe der Friedhofsgebühren, sowie durch Gärtnerarbeit und Grabpflege.

Des Weiteren gibt es Friedhöfe, die von Stiftungen oder gemeinnützigen Vereinen getragen werden. Ein Beispiel sind Soldatenfriedhöfe, die durch das schwarze Kreuz finanziert werden.

Private Friedhofsträger im traditionellen Sinne gibt es aufgrund der Bestattungsgesetze bislang nicht. Allerdings sind Naturbestattungen und die damit verbundenen Bestattungsanlagen in privater Hand.

Darunter fallen beispielsweise die österreichischen Waldfriedhöfe FriedWald.

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Friedhofsordnung

Im Allgemeinen verfasst jeder Friedhofsträger eine eigene Friedhofsordnung, in der die Pflichten, Verbote und Rechte zusammengefasst sind.

Dabei müssen Sie sich an das jeweilige Friedhofs- und Bestattungsrecht Ihres Bundeslandes halten.

In dieser Friedhofsordnung finden Sie in der Regel sämtliche wichtige Informationen wie Öffnungszeiten, gewerbliche Tätigkeiten, Nutzungsrechte und Ruhefristen von Grabplätzen, sowie zu Beisetzungen und Trauerfeiern.

Auch die Gebühren für die Friedhofsnutzung und Bestimmungen zur gärtnerischen und künstlerischen Gestaltung des Friedhofs und der Gräber.

Welche Regeln sind auf einem Friedhof zu beachten?

In einer Friedhofsordnung finden sich gewisse Verhaltensregeln, die zu beachten sind.

So ist ein Friedhof ein Ort der Stille, an dem Angehörige um ihre Verstorbenen trauern, weswegen ruhiges Verhalten sich beinahe von selbst gebietet.

Auch sollten Sie Verunreinigungen vermeiden und Ihre Abfälle immer selbst entsorgen. Sollten gerade Trauerfeiern und Beisetzungen stattfinden, wird ebenfalls darum gebeten, gebührenden Abstand zu halten, sofern Sie nicht Teil der Trauergemeinde sind.

Die Friedhofsordnung ist am Haupteingang angebracht sowie in der Friedhofsverwaltung einzusehen.

Grundsätzlich gilt für das Verhalten auf Friedhöfen: Es hat dem Ernst, der Würde und der Widmung eines Friedhofes zu entsprechen. Der Aufenthalt auf den Friedhöfen ist nur während den bei den Friedhöfen bekanntgegebenen Öffnungszeiten (nachzulesen online und per Anschlag) gestattet. Für Gewerbetreibende gilt: Lärmverursachende Arbeiten (etwa Bau- und Steinmetzarbeiten) sind an Sonn- undFeiertagen ganztägig und an Werktagen nach 18.00 Uhr nicht gestattet.

Verstorbenen- und Gräbersuche

Die meisten Friedhöfe in Wien bieten ein Recherchetool an, mit dessen Hilfe Sie ganz einfach nach Verstorbenen suchen können, unabhängig davon, ob es sich bei der Beisetzungsform um eine Erd- oder Feuerbestattung handelt.

Feiertage und wichtige Termine

In jeder Weltreligion gibt es wichtige Feiertage um der Toten zu gedenken. Christliche Feiertage und Anlässe für einen Friedhofsbesuch haben wir für Sie im Überblick:

Allerheiligen und Allerseelen

Diese katholischen Feiertage finden an den beiden ersten Tagen im November statt.

Allerheiligen, am 1. November, gilt als hoher Festtag und ist zum Unterschied zu Allerseelen am 2. November kein Tag des Totengedenkens, sondern es wird das neue Leben gefeiert, in das die Heiligen gelangt sind und das allen Christen verheißen wird.

Allerseelen ist zwar kein gesetzlicher Feiertag in Österreich, aber an Schulen und Universitäten fallen Unterricht und Vorlesungen aus.

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Persönliche Jahrestage

Für viele Menschen sind persönliche Jahrestage, wie Geburtstage, Namenstage, Hochzeitstage etc. ein wichtiger Anlass, die/den Verstorbenen auf dem Friedhof zu besuchen und eine Kerze zu entzünden.

Todestag

Neben dem Geburtstag wird häufig am Jahrestag der/des Verstorbenen ein Besuch an der Grabstätte eingeplant.

Totensonntag

Am letzten Sonntag des Kirchenjahres, Ende November, wird in protestantischen Gemeinschaften der Totensonntag oder auch Ewigkeitssonntag gefeiert. Es ist üblich, Friedhöfe zu besuchen und Gräber mit Blumen, Kerzen und Gestecken zu schmücken.

Häufig gestellte Fragen zu Friedhöfen

Aktuell ist der Besuch eines Friedhofs in Österreich – unter Einhaltung der Corona-Verordnungen des Gesundheitsministeriums – erlaubt. Hier finden Sie weitere Informationen zu Bestattungen in Zeiten von Corona.

In der Stadt Wien gibt es 55 Friedhöfe. 46 davon werden durch die Stadt Wien verwaltet, neun Friedhöfe sind sogenannte konfessionelle Begräbnisstätten und werden von der Glaubensgemeinschaft (z.B Katholische und Evangelische Kirche sowie Islamische und Israelische Gemeinde) selbst verwaltet.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen kommunalen und konfessionellen Friedhöfen. Kommunale Friedhöfe sind im Besitz von Städten und Gemeinden und werden von diesen verwaltet. Konfessionelle Friedhöfe werden direkt von Glaubensgemeinschaften (z.B kath. & evang. Kirche, israelische Kultusgemeinde, islamische Glaubensgemeinschaft) verwaltet

Ein sogenannter Graberwerb ist das Recht auf eine zeitlich beschränkte Nutzungs eines Platzes am Friedhof. Man erwirbt somit das Nutzungsrecht, aber nicht die Grabstätte selbst. Es kann bereits zu Lebzeiten erworben werden. In der Regel muss das Nutzungsrecht nach 10 Jahren erneut erworben und bezahlt werden.

Nein. Es gibt sowohl konfessionelle (z.B. katholisch, jüdisch, islamisch, buddhistisch) als auch interkonfessionelle Friedhöfe, bei denen Verstorbene ungeachtet der Glaubensrichtung ihre letzte Ruhe finden. Man kann also auch konfessionslos sein und trotzdem auf einem Friedhof beerdigt werden. Zudem besteht in Österreich Friedhofszwang - vereinfacht ausgedrückt, muss man also in irgendeiner Form am Friedhof bestattet werden.

Als nicht gewerblicher Anbieter liegt es im Privatermessen. Grundsätzlich gilt: Das Verhalten während des Aufenthaltes auf den Friedhöfen hat dem Ernst, der Würde und der Widmung eines Friedhofes zu entsprechen. Der Aufenthalt auf den Friedhöfen ist nur während den bei den Friedhöfen bekanntgegebenen Öffnungszeiten (nachzulesen online und per Anschlag) gestattet. Für Gewerbetreibende gilt: Lärmverursachende Arbeiten (etwa Bau- und Steinmetzarbeiten) sind an Sonn- undFeiertagen ganztägig und an Werktagen nach 18.00 Uhr nicht gestattet.

Quellen

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